Altweiberfasching ! Der Tod für Krawatten

Kategorien: Freizeit

Bützchen gegen Krawatte - traditioneller Tausch am Altweiberfasching
Einmal im Jahr sollten sich alle Männer hüten, mit teuren Kravatten das Haus zu verlassen. Denn die Wahrscheinlichkeit nur noch mit einem halben Schlips zurückzukehren ist groß. Die Rede ist natürlich von Weiberfastnacht, dem Donnerstag vor Aschermittwoch. Doch woher stammt diese Tradition, was bedeutet sie und ist das Durchtrennen des Kleidungsstücks eigentlich erlaubt?

Frauen an die Macht
Bei den einen heißt er Fettdonnerstag, bei den anderen Weiberfastnacht, Wieverfastelovend oder Altweiberfasching. Gemeint ist immer derselbe Tag und überall im Fasching gilt die selbe Regel: Die Frauen übernehmen das Kommando. Sie stürmen die Rathäuser, überlassen ihren besseren Hälften Haus und Kinder und feiern gemeinsam den Tag. Als Zeichen ihrer Macht geht es den Kravatten der Herren an den Kragen. Schnipp Schnapp und schon ist das Ende des Schlipses ab.

Alte Tradition
Wann genau diese Idee geboren wurde, ist nicht ganz klar. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass die Damen schon im frühen 19. Jahrhundert an diesem einen Tag im Jahr gegen die Herrschaft der Männer demonstrierten. Was heute spaßig klingt, war damals allerdings bitterer Ernst. Denn Frauen waren zu der Zeit den Männern in jeder Hinsicht untergeordnet.

Entschädigung für den Weiberspaß
Natürlich wissen auch die wildesten Weiber am Altweiberfasching, was sich gehört. Und so wird jeder Mann, der um seinen Schlips gebracht wird, entschädigt. Die beschnittenen Herren erhalten ein Bützchen von der betroffenen Frau. Denn das Bützen ist an Fansching ebenso typisch, wie das Abschneiden der Kravatten. Für alle Nicht-Karnevalisten zur Erklärung: Ein Bützchen oder Bützje ist ein Küsschen. Im Fasching wird vor allem im Kölner Raum traditionell gebützt - natürlich immer mit dem Einverständnis des Gegenübers. Bützchen sind zu dieser Zeit unverbindlich und nicht verpflichtend.

Ist das Kravatten-Abschneiden erlaubt?
Natürlich sind auch an Fasching die Gesetze nicht außer Kraft gesetzt. Demnach ist das Kürzen des Schlipses eigentlich nicht erlaubt und fällt unter Sachbeschädigung. Jedoch wird in den Karnevalshochburgen in denen diese alte Tradition hinlänglich bekannt ist, kaum jemand diese Tat zur Anzeige bringen. Das Tragen eines Schlipses im Karnevalstrubel gilt als stillschweigende Einwilligung, den Spaß mitzumachen. Und mal ehrlich - wo gibt es eine bessere Gelegenheit ungeliebte Halsbinden loszuwerden und sogar noch ein Küsschen abzustauben?

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